Hayek-Club am Vortrag für Egoismus gehindert

Der Hayek-Club Köln, regionaler Ableger der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft, traf sich heute in Köln-Nippes. Hierbei handelt es sich um einen neoliberalen Think Tank. Es bestehen Kontakte zur FDP-nahen Friedrich Naumann-Stiftung und seit ein paar Jahren auch zur AfD.

Bei der geplanten Vortragsveranstaltung des Hayek-Club Köln, die den Titel „Die Tugend des Egoismus“ trug, sollten Positionen der neokonservativen Philosophin und Ökonomin Ayn Rand referiert und diskutiert werden. Ayn Rand, die seit den 50er Jahren eine zentrale Rolle für das nicht nur US-amerikanische neokonservative Spektrum spielt (in den letzten Jahren erfreut sie sich wachsender Beliebtheit bei den Anhängern der sog. “Tea Party“-Bewegung), vertritt mit ihrer „Philosophie des Objektivismus“ einen marktradikalen, unsolidarischen Ansatz. Damit sollen jegliche Ideen von sozialer Gerechtigkeit massiv ideologisch angegriffen werden. Hayek Köln versuchte eine unsoziale Doktrin zu bewerben, nach welcher sozial und ökonomisch benachteiligten Menschen weniger Mitbestimmungsrechte in Politik und Gesellschaft zukommen sollen. Hier wird ganz offen für einen „Klassenkampf von oben“ plädiert, der auf eine Herrschaft der Eliten und eine Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben abzielt. Politische Gestaltungsmöglichkeiten sollen nur wenigen privilegierten Gruppen vorbehalten bleiben, die sich ungestört reproduzieren und erhalten können. Benachteiligte würdem in einer solchen Gesellschaft ihre Mitbestimmungsrechte in Politik und Gesellschaft genommen werden. Dieses Konzepte ist anschlussfähig für sozialdarwinistisch und rassistisch argumentierende Ideolog_innen sowie das antifeministische Spektrum von AfD bis PEGIDA.

Antifaschist_innen und andere aufgeklärte Menschen haben heute in einem friedlichen aber bestimmten Protest am Veranstaltungsort, der Gaststätte Haus Schnackertz in Köln Nippes, gezeigt, was von diesen anti-demokratischen, unsolidarischen und rückwärtsgewandten Konzepten zu halten ist und eine Teilnahme an der Veranstaltung eingefordert. Die Neokonservativen reagierten agressiv.

Einer Verwissenschaftlichung und Schulbildung rechter Ideologien ist in jeder Hinsicht entschieden entgegenzutreten – auch wenn diese im Gewand scheinbar harmloser Debattierclubs auftreten. Einem Club, der für sich Sonderrechte proklamiert, wurde durch die Aktion jene unsoziale Idee vorgehalten, welche Hayek Köln an diesem Abend selbst bewerben wollte: Egoismus der Privelegierten statt für alle Gleichheit, Freiheit und Menschlickeit. Chancengleichheit und Mitmenschlichkeit sind die Fundamente einer sozialen, gerechten und auf Sicherheit ausgerichteten Gesellschaft! Dazu laden wir am 14. Oktober zu unserer Vortragsveranstaltung „Klasse statt Masse?“ mit Andreas Kemper in das Autonome Zentrum ein: {_fill in the blanks}

8 comments

  1. John

    Sind die Nazis in Köln schon alle weg von der Bildfläche oder bringt es die CGN generell nur maximal fertig ein paar dürre Neoliberale zu belästigen?

  2. DavidK

    Oh man, klingt nicht so als hättet ihr euch ernsthaft mit den Theorien Rands befasst. Ihr seid so sehr mit ideologische Blindheit befallen, dass ihr bei Begriffen wie Kapitalismus oder freier Marktwirtschaft sofort auf Durchzug schaltet und nur eine Ungerechtigkeit für die sozial Schwächeren und eine bevorteilung der sozial Stärkeren sehen wollt, anstatt euch mit den logischen Argumenten auseinanderzusetzen und ihre Gutherzigkeit für alle Gesellschaftsschichen zu erkennen.

    • Profilbild von agcgn
      agcgn

      Wir schalten bei Begriffen wie Kapitalismus oder „freie“ Marktwirtschaft keineswegs auf Durchzug. Wir finden, es sogar sehr wichtig, sich mit mit den gesellschaftlichen Verhältnissen auseinanderzusetzen. Damit wollen wir insbesondere Personen erreichen, welche ausschließlich positive Errungenschaften anno 2016 für Kapitalismus behaupten. Menschen, die mit dem Mindestlohn nicht einmal ihre Wohnung halten können, weil bspw.die Mietpreise nach oben getrieben werden, kannst du ja gerne mal gegenüber treten und dann etwas von Gutherzigkeit erzählen und ihnen mit „ideologischer Blindheit“ kommen.

  3. Tim

    (Hatespeech Triggerwarning!) Euren (per Definition) faschistischen Kulturmarxismus zu feiern und allen ernstes als „Aufgeklärt“ zu bezeichnen ist ja wohl mehr als lächerlich. Aber hey, als ob man vom radikalen Linken Spektrum irgendetwas anderes erwarten könnte….

  4. Niko

    Sehr lustig wie die Tatsachen hier verdreht werden , von eurem obskuren Verhältnis der libertären Ideologie mal abgesehen.
    Der Vortrag hat stattgefunden , er ist nur umgezogen und ihr wart wesentlich aggressiver.
    Einschränkung der Versammlungsfreiheit ist übrigens ein Element das in keinem Faschismus fehlen darf..

    • Profilbild von agcgn
      agcgn

      Hallo, der Gastwirt hat die Hayek Gesellschaft rausgeworfen. Mit Versammlungsfreiheit hat das nichts zu tun, dies hat sogar die Polizei erkannt und eure Veranstaltenden aufgeklärt. Das hat etwas mit Hausrecht zu tun. Dieses Recht geltend zu machen ist ein zentrales Element von Privatautonomie in der Demokratie.

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