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Aufruf zum Weltfrauen*kampftag am 12.03.2016

Nachtrag zum 08.03.2016 / Weltfrauen*kampftag

Der nachfolgende Text ist angelehnt an den Aufruf des Bündnisses zum Weltfrauenkampftag 2016 in Köln. Dieser kann hier nachgelesen werden.

 

WORÜBER GESCHWIEGEN WIRD
Das Jahr 2016 hat in vielen Städten Deutschlands mit Übergriffen auf Frauen* begonnen – auch in Köln. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen* ist ALLTÄGLICH. In der Silvesternacht  wurde sie sichtbar  – und unübersehbar in die öffentliche Debatte gezerrt. Doch woher kam plötzlich das mediale Interesse? Die vermeintliche Herkunft der vermeintlichen Täter stand unverhohlen rassistisch im Fokus der öffentlichen und medialen Debatte.

Die Benennung sexualisierter Gewalt und damit die Alltagsprobleme von Frauen*, die zu Silvester nicht  wegzudiskutieren waren, wurden durch Rassismus ersetzt.

Statt über Sexismus zu sprechen und zu diskutieren, standen statt dessen Forderungen im Raum wie die Verschärfung des Asylrechts, Abschottung und Abschiebung.

Nicht der Sexismus wurde als Problem erkannt, sondern die zu uns
Geflüchteten wurden problematisiert. Sexismus ist nicht nach Deutschland eingewandert, er ist hausgemacht. Er findet statt – schon immer, ständig und überall. Sexismus findet sich strukturell in unterschiedlich hoher Entlohnung, Benachteiligung von Frauen*, am Arbeitsmarkt, in Medien und Werbung wieder und ist auch in unterschiedlichen Lebenssituationen erfahrbar, bspw. werden Frauen* und Männer* in Kindererziehungsfragen in vorgefertigte Rollen gezwängt.  Sogenannte „Pick-up Artists“ lehren Männer, wie sie Frauen* gegen ihren Willen verfügbar machen können. Nicht gesprochen wird auch über sexualisierte Gewalt in den eigenen vier Wänden. So findet der Großteil sexuellen Missbrauchs im nächsten  Umfeld statt.  Speziell für Transfrauen und Frauen* of colour stellt sich die Situation noch verstärkter dar.

WORÜBER WIR SPRECHEN SOLLTEN
Statt sich in rassistischen Debatten über Täterschaft zu ergehen, sollte über die Funktion und Bedeutung von sexualisierter Gewalt und strukturellem Sexismus gesprochen werden – und das weltweit. Dabei sollten auch die kriegerischen Auseinandersetzungen in Mitverantwortung der Europäischen Union nicht außer Acht gelassen werden, die viele Menschen zur Flucht zwingt. Auf dem lebensgefährlichen Weg in die vermeintliche Sicherheit sind Frauen* und Kinder bis in den Geflüchtetenunterkünften hinein in höchstem Maße sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Diejenigen die die Flucht bisher nicht auf sich nahmen, werden von den Asylrechtsverschärfungen besonders hart getroffen. Sie sind in den lebensgefährlichen Kriegsgebieten oder an den EU-Aussengrenzen roher Gewalt ausgesetzt. Dass die Regierung uns die Asylrechtsverschärfung nun als Reaktion auf die sexualisierte Gewalt in Köln verkaufen will, ist zynisch und darf nicht unwidersprochen bleiben.

Innerhalb Deutschlands sind wir schon seit Jahren mit einem Rückschritt bei den feministischen Errungenschaften konfrontiert. Dabei stellen Entwicklungen wie ungleiche Lohnbezahlung, Herdprämie, die Proteste der sogenannten Lebenschützer*innen, homo- und transphobe Mobilisierungen gegen sexuelle Bildung und Antidiskriminierungsarbeit an Schulen sowie die Akzeptanz sexualisierter Gewalt nur eine kleine Auswahl dar. Rechtspopulistische Parteien und neonazistische Gruppierungen erfahren ihre Renaissance und stärken damit nicht nur rassistische sondern insbesondere auch antifeministische Strömungen in der Mitte der Gesellschaft.

Im Rahmen des internationalen Frauen*kampftages wollen wir unseren Protest sowohl gegen Sexismus als auch Rassismus entschieden, laut und kämpferisch auf die Kölner Straßen tragen: Unser Feminismus ist antirassistisch – erst recht nach den Übergriffen der Silvesternacht.

Wir feiern kämpferische Frauen*,  die zeigen, dass eine befreite Zukunft möglich ist.

Wir feiern all diejenigen, die sich unabhängig ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung der heteronormativen Geschlechterordnung widersetzen oder an ihrer Beseitigung mitwirken!

Organisieren wir uns global, ohne innere oder äußere Grenzen! Wir wollen eine herrschaftsfreie Gesellschaft ohne Ausbeutung, ohne Ausgrenzung, ohne den sexistischen und rassistischen „Normalzustand“.Wir wollen Solidarität und Respekt untereinander.
Es lebe die Verschiedenheit!

Wir sehen uns bei der bundesweiten Demo am 12.3.2016 in Köln!

Dieses Jahr als Monster gehen!

Beatrix von Storch, Genderwahn, Karnevall, Emanzipation, Frauenrechte, Homosexuelle, Bibel, Geschichtsrevisionsmus, deutsche Schule, AfD

Beatrix von Storch ist Führungsperson in der Partei Alternative für Deutschland (AfD).
Die Neonazistin steht dafür ein, die Emanzipation von Frauen und Homosexuellen zurückzudrehen. Sie kritisiert Schwule und vertritt das Ideal eines erzkonservativen bibeltreuen Familienmodells.
Sie ist durch ihren Aufruf zum Schießbefehl auf Frauen und Kinder an den deutschen Grenzen populär geworden. Seit Jahren vertritt sie die Rechte von Reichsbürgerinnen und Reichsbürgern. Sie erkennt die ostdeutsche Bodenreform nicht an und stellt damit die deutsche Kriegsschuld in Frage. Konkret fordert Von Storch Gebäude und Landstriche, welche dem „Adelsgeschlecht“ der von Storchs zwischen 1945 und 1949 verloren gegangen seien. Die Von Storchs waren Nazis des Dritten Reichs, ihr Onkel Graf Schwerin von Krosigk war Finanzminister Adolf Hitlers und NSDAP-Mitglied.