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Pressemitteilung zur angedrohten Schadensersatzklage für die Sartory Säle durch das Compact Magazin

Köln – Das Compact Magazin hat im Zuge der Absage seiner geplanten Konferenz in Köln der Sartory Säle GmbH & Co. KG eine Schadensersatzklage in „fünfstelliger Höhe“ angekündigt.

Compact Magazin schreibt am 27.09. in seiner Erklärung:

Der Schaden, der in fünfstelliger Höhe liegen dürfte, resultiert nicht nur aus dem Verkauf vieler hundert Karten. Sondern auch aus dem Hotelkontingent, das vorzeitig gebucht und nun nicht mehr kostenfrei storniert werden kann.

Die Unterkünfte, bei denen das Compact Magazin Kontingente für die Konferenzteilnehmenden gebucht hat, waren das

  • Wyndham Köln Hotel,
  • NH Collection Köln Mediapark und
  • Hotel Flandrischer Hof

Unseren Informationen nach hatte das Compact Magazin beim Wyndam Köln Hotel die Reservierungsvereinbarung am 20. September noch nicht unterzeichnet.

Zu den Vorwürfen, durch das Erheben von Stornierungsgebühren möglicherweise einen erheblichen Beitrag zur angedrohten finanziellen Belastung der Sartory Säle beizusteuern, nahmen die Hotelbetreibenden auf Anfrage hin keinerlei Stellung.

Wir rufen alle Hotels in und um Köln auf, jeden denkbaren Schaden von den Sartory Sälen abzuwenden und ihren solidarischen Beitrag im Kampf gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit beizutragen.

 

Aufruf zur Tanzdemo am 15.04.2016

6 Jahre Autonomes Zentrum Köln

Als „Freiräume“ bezeichnete Orte müssen einen Widerspruch aushalten.
Sie sind nicht in den luftleeren Raum gebaut.
Auch sie atmen die Abgase unfreier kapitalistischer Verhältnisse.

Die Verhältnisse zwingen uns zum Tanz.

Wir feiern das sechsjährige Bestehen des Autonomen Zentrums Köln – gerade weil es den Widerspruch zwischen einer besseren Gesellschaft und dem Kapitalismus präsent hält.

2010 hat die Gruppe Pyranha das Recht auf Stadt der Kölner Gesellschaft gegenüber geltend gemacht. Am 16. April jährt sich die Besetzung  ungenutzter städtischer Gebäude für ein Autonomes Zentrum Köln. In sechs Jahren  bezog das Autonome Zentrum in der Luxemburger Straße 93 das dritte Gebäude.

Wir feiern den Versuch, die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen.

Das Autonome Zentrum steht für den Anspruch, Räume zu schaffen. Räume, die frei sind vom parteipolitischen Einfluss auf soziale, unkommerzielle, kulturelle, politische und unkonventionelle Ideen.
Das AZ widerspricht damit dem gesellschaftlichen Normalzustand! In diesem wird die Verwirklichung einer emanzipatorischen Gesellschaft verunmöglicht.

Das Autonome Zentrum in Köln wird von einem breiten Untersützer_innen-Umfeld getragen. Die Zivilgesellschaft macht deutlich: Köln braucht diesen Ort, an welchem Konzepte für eine emanzipatorische Gesellschaft getestet werden – in der Theorie und in der Praxis.

Wie lässt sich die Idee einer freien, gleichen und sozialen Gesellschaft verwirklichen? Wie ist ein Leben mit maximaler politischer Selbstbestimmung, umweltbewusstem Miteinander, Fairness und Sicherheit zu organisieren und in Einklang zu bringen?

2010 forderten Besetzer_innen ein Gebäude für das Autonome Zentrum.
Sie haben sozialere Verhältnisse eingefordert und ihren Anteil dazu beigetragen.
Dies belegen seither unzählige Diskussionsveranstaltungen zu politischen Themen, Plena, Demonstrationen, öffentliche Stellungnahmen, Konzerte, Werkstätten und Cafés, Obdachlosenhilfe und Mittellosenunterstützung.

Das Autonome Zentrum macht ein friedliches, gleichberechtigtes und soziales Miteinander möglich. Hier an diesem Ort. In der Luxemburger Straße 93.

Parkstadt Süd soll kommen.
Doch das Autonome Zentrum lässt sich nicht überplanen.
Denn das Autonome Zentrum steht nicht im Widerspruch zu jenen Werten, welche Bürger_innen im „kooperativen“ Verfahren von den Projektplanern forderten:
Und zwar:

  • unkommerzielle Orte
  • kulturelle Angebote schaffen, Musik
  • Diskussion und freier Meinungsaustausch
  • Die Parkstadt-Süd-Betroffenen wollen nicht bloß als Konsument_innen gesehen werden

Es ist ein Ruf nach Freiheit – im Einklang mit Urbanität und Natur und damit jener Werte, für die das Autonome Zentrum steht.

Wir fordern deshalb von der Stadtverwaltung und von der Politik:
Duldet endlich die Existenz des Autonomen Zentrums.
Hört auf, das Autonome Zentrum ständig zu überplanen.
Lasst das Autonome Zentrum stehen wo es ist!
Denn hier gehört es hin! Genau hier!

Wir brauchen keinen Nationalismus, keinen Antisemitismus, keinen Rassismus und keinen Faschismus.

Wir brauchen keinen Sexismus.

Wir brauchen das Autonome Zentrum!

Wir wollen ohne Kapitalismus leben.

Wir organisieren unser politisches Leben selbst!

Wir feiern den Widerspruch und die Phantasie!

Hier an diesem Ort!

The Future is unwritten!

Bis zur Unendlichkeit … und noch viel weiter!

Demonstration am 15.4., Köln

Aufruf zum Weltfrauen*kampftag am 12.03.2016

Nachtrag zum 08.03.2016 / Weltfrauen*kampftag

Der nachfolgende Text ist angelehnt an den Aufruf des Bündnisses zum Weltfrauenkampftag 2016 in Köln. Dieser kann hier nachgelesen werden.

 

WORÜBER GESCHWIEGEN WIRD
Das Jahr 2016 hat in vielen Städten Deutschlands mit Übergriffen auf Frauen* begonnen – auch in Köln. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen* ist ALLTÄGLICH. In der Silvesternacht  wurde sie sichtbar  – und unübersehbar in die öffentliche Debatte gezerrt. Doch woher kam plötzlich das mediale Interesse? Die vermeintliche Herkunft der vermeintlichen Täter stand unverhohlen rassistisch im Fokus der öffentlichen und medialen Debatte.

Die Benennung sexualisierter Gewalt und damit die Alltagsprobleme von Frauen*, die zu Silvester nicht  wegzudiskutieren waren, wurden durch Rassismus ersetzt.

Statt über Sexismus zu sprechen und zu diskutieren, standen statt dessen Forderungen im Raum wie die Verschärfung des Asylrechts, Abschottung und Abschiebung.

Nicht der Sexismus wurde als Problem erkannt, sondern die zu uns
Geflüchteten wurden problematisiert. Sexismus ist nicht nach Deutschland eingewandert, er ist hausgemacht. Er findet statt – schon immer, ständig und überall. Sexismus findet sich strukturell in unterschiedlich hoher Entlohnung, Benachteiligung von Frauen*, am Arbeitsmarkt, in Medien und Werbung wieder und ist auch in unterschiedlichen Lebenssituationen erfahrbar, bspw. werden Frauen* und Männer* in Kindererziehungsfragen in vorgefertigte Rollen gezwängt.  Sogenannte „Pick-up Artists“ lehren Männer, wie sie Frauen* gegen ihren Willen verfügbar machen können. Nicht gesprochen wird auch über sexualisierte Gewalt in den eigenen vier Wänden. So findet der Großteil sexuellen Missbrauchs im nächsten  Umfeld statt.  Speziell für Transfrauen und Frauen* of colour stellt sich die Situation noch verstärkter dar.

WORÜBER WIR SPRECHEN SOLLTEN
Statt sich in rassistischen Debatten über Täterschaft zu ergehen, sollte über die Funktion und Bedeutung von sexualisierter Gewalt und strukturellem Sexismus gesprochen werden – und das weltweit. Dabei sollten auch die kriegerischen Auseinandersetzungen in Mitverantwortung der Europäischen Union nicht außer Acht gelassen werden, die viele Menschen zur Flucht zwingt. Auf dem lebensgefährlichen Weg in die vermeintliche Sicherheit sind Frauen* und Kinder bis in den Geflüchtetenunterkünften hinein in höchstem Maße sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Diejenigen die die Flucht bisher nicht auf sich nahmen, werden von den Asylrechtsverschärfungen besonders hart getroffen. Sie sind in den lebensgefährlichen Kriegsgebieten oder an den EU-Aussengrenzen roher Gewalt ausgesetzt. Dass die Regierung uns die Asylrechtsverschärfung nun als Reaktion auf die sexualisierte Gewalt in Köln verkaufen will, ist zynisch und darf nicht unwidersprochen bleiben.

Innerhalb Deutschlands sind wir schon seit Jahren mit einem Rückschritt bei den feministischen Errungenschaften konfrontiert. Dabei stellen Entwicklungen wie ungleiche Lohnbezahlung, Herdprämie, die Proteste der sogenannten Lebenschützer*innen, homo- und transphobe Mobilisierungen gegen sexuelle Bildung und Antidiskriminierungsarbeit an Schulen sowie die Akzeptanz sexualisierter Gewalt nur eine kleine Auswahl dar. Rechtspopulistische Parteien und neonazistische Gruppierungen erfahren ihre Renaissance und stärken damit nicht nur rassistische sondern insbesondere auch antifeministische Strömungen in der Mitte der Gesellschaft.

Im Rahmen des internationalen Frauen*kampftages wollen wir unseren Protest sowohl gegen Sexismus als auch Rassismus entschieden, laut und kämpferisch auf die Kölner Straßen tragen: Unser Feminismus ist antirassistisch – erst recht nach den Übergriffen der Silvesternacht.

Wir feiern kämpferische Frauen*,  die zeigen, dass eine befreite Zukunft möglich ist.

Wir feiern all diejenigen, die sich unabhängig ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung der heteronormativen Geschlechterordnung widersetzen oder an ihrer Beseitigung mitwirken!

Organisieren wir uns global, ohne innere oder äußere Grenzen! Wir wollen eine herrschaftsfreie Gesellschaft ohne Ausbeutung, ohne Ausgrenzung, ohne den sexistischen und rassistischen „Normalzustand“.Wir wollen Solidarität und Respekt untereinander.
Es lebe die Verschiedenheit!

Wir sehen uns bei der bundesweiten Demo am 12.3.2016 in Köln!

Wer wir sind

Wir, die AG [CGN] sind ein Zusammenschluss von Menschen, die eine emanzipatorische Gesellschaft anstreben.

Die kapitalistischen Verhältnisse und die ihnen zu Grunde liegenden Konkurrenzbedingungen sind global wirksame Mechanismen, welche einen erheblichen Teil zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Hass in unserer Gesellschaft beitragen. Dies hält Menschen davon ab, als gleichberechtigt und gleichwertig in einer auf gegenseitiger Anerkennung beruhenden freien Gemeinschaft aufzutreten.

Unsere antifaschistische Arbeit wird Denkansätze bieten und Handlungsmöglichkeiten eröffnen, indem wir einen zum an Aufklärung orientierten Diskurs beitragen und durch konsequente Praxis den Kreislauf aus Alltagsproblemen der Vereinzelten durchbrechen.

Die kapitalistischen Verhältnisse betrachten wir nicht als unveränderbar und historisch letzten Schluss. Unsere Kritik richtet sich gegen diese Gesellschaft, in der Faschismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie und Antisemitismus auf Akzeptanz stoßen. Es gibt etwas Besseres als Kapitalismus und Nation.