Schlagwörter: Neue Rechte

{_fill in the blanks} 2017

Köln, 12.05.2017
Wir freuen uns, in diesem Jahr die {_fill in the blanks}-Reihe fortsetzen zu können. Nachdem wir 2016 verschiedene Themenfelder, die den Kern neurechter Stimmungsmache bilden, betrachtet haben, wollen wir den Blick diesmal auf die sich zuspitzende gesellschaftliche Lage in der BRD richten. Nach Jahren mit Pegida, verschärfter Sicherheits- und EU-Grenzpolitik, sowie der Etablierung der AfD, sehen sich radikale Linke mit einem breit akzeptierten Angriff auf emanzipatorische Mindeststandards konfrontiert. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wurde durch den Faschismus der AfD wieder salonfähig und wird von der schwarz-roten Bundesregierung in Teilen umgesetzt: Überwachung, Verschärfungen im Asylrecht, Unterstützung reaktionärer Despoten, und die Verharmlosung von rechtem Terrorismus sind nur einige Beispiele.
Die von uns angesetzten Veranstaltungen haben sich zum Ziel gemacht, über eine Reproduktion rechter Positionen hinaus zu gehen. Vielmehr sollen diese kritisch beleuchtet werden ohne dabei den emanzipatorischen Anspruch aus dem Blick zu verlieren. Weitere Vortragsveranstaltungen im Rahmen der Reihe, welche sich inhaltlich dem Aufstieg rechten Gedankenguts, Antisemitismus und feministischen Themen widmen, werden bereits vorbereitet. Darüber hinaus ist ein Kurzfilmscreening zum dem Themenkomplex „Arbeit” in Planung.
Wir freuen uns darauf, euch bei den kommenden Veranstaltungen zahlreich begrüßen zu dürfen und gemeinsam zu diskutieren!

Antifaschistische Gruppe [cgn]

Themenübersicht

02. Juni     Volker Weiß
Soziale Bewegungen von Rechts: Die Identitären (Details | Facebook)
Gemeinsam mit Antifaschistische Koordination Köln und Umland [AKKU]

22. Juni     Matheus Hagedorny
Der faschistische Stil – Zur Ideologie und den Strategien der Neuen Rechten (Details | Facebook)
Gemeinsam mit Antifa AK Köln

11. August     Kurzfilmscreening
WorkWorkWork
Gemeinsam mit Miriam Gossing, Schalten und Walten

19. Oktober     Franziska Reif
Lexikon des Wutbürger_innentums

[in Planung] Jana Klein
Junge, was ist Rape Culture?

…weitere Veranstaltungen sind in Planung.

Fortsetzung der Vortrags- und Diskussionsreihe {_ fill in the blanks}

Fill in the blanks, Blut Muss Fließen, Andreas Kemper, Britta Schellenberg
Poster für die Veranstaltungsreihe {_fill in the blanks}

Derzeit erhalten rechte Akteur_innen öffentliche Aufmerksamkeit. Sie versuchen, das eigene menschenverachtende und ausgrenzende Programm als aktualisiert oder modernisiert darzustellen. Ihre Vorstellungen eines rückwärtsgewandten und auf Ausbeutung und Ausgrenzung basierenden Zusammenlebens sind nicht neu und stehen einem modernen, aufgeklärten und säkularen Lebensentwurf entgegen.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe [ _fill in the blanks] (s. Termine) wird der Blick auf die Auseinandersetzung für eine emanzipatorische Gesellschaft gelenkt. Die Reihe besteht aus Vorträgen, einer Filmvorführung mit dem Regisseur. Weitere Themen sind in Vorbereitung.

29. September Peter Ohlendorf
Filmvorführung „Blut muss fließen“ mit anschl. Diskussionen mit dem Regisseur Peter Ohlendorf. (Details | Facebook)

12. Oktober Britta Schellenberg
Rechte Medienkritik & „Lügenpresse“: Die Entwicklung rassistischer Deutungshoheit durch die Ausbreitung neonazistischer Ideologie in Sachsen am Beispiel Mügeln 2007. (Details | Facebook)
Organisiert zusammen mit dem Anarchistischen Kollektiv Köln AKK.

14. Oktober Andreas Kemper
Klasse statt Masse – Klassismus in der AfD. (Details | Facebook)

29. November Charlie Kaufhold
Antifeminismus in der Neuen Rechten ( Details | Facebook)
Organisiert zusammen mit dem Feministischen Arbeitskreis Köln FAK.

 

Hayek-Club am Vortrag für Egoismus gehindert

Der Hayek-Club Köln, regionaler Ableger der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft, traf sich heute in Köln-Nippes. Hierbei handelt es sich um einen neoliberalen Think Tank. Es bestehen Kontakte zur FDP-nahen Friedrich Naumann-Stiftung und seit ein paar Jahren auch zur AfD.

Bei der geplanten Vortragsveranstaltung des Hayek-Club Köln, die den Titel „Die Tugend des Egoismus“ trug, sollten Positionen der neokonservativen Philosophin und Ökonomin Ayn Rand referiert und diskutiert werden. Ayn Rand, die seit den 50er Jahren eine zentrale Rolle für das nicht nur US-amerikanische neokonservative Spektrum spielt (in den letzten Jahren erfreut sie sich wachsender Beliebtheit bei den Anhängern der sog. “Tea Party“-Bewegung), vertritt mit ihrer „Philosophie des Objektivismus“ einen marktradikalen, unsolidarischen Ansatz. Damit sollen jegliche Ideen von sozialer Gerechtigkeit massiv ideologisch angegriffen werden. Hayek Köln versuchte eine unsoziale Doktrin zu bewerben, nach welcher sozial und ökonomisch benachteiligten Menschen weniger Mitbestimmungsrechte in Politik und Gesellschaft zukommen sollen. Hier wird ganz offen für einen „Klassenkampf von oben“ plädiert, der auf eine Herrschaft der Eliten und eine Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben abzielt. Politische Gestaltungsmöglichkeiten sollen nur wenigen privilegierten Gruppen vorbehalten bleiben, die sich ungestört reproduzieren und erhalten können. Benachteiligte würdem in einer solchen Gesellschaft ihre Mitbestimmungsrechte in Politik und Gesellschaft genommen werden. Dieses Konzepte ist anschlussfähig für sozialdarwinistisch und rassistisch argumentierende Ideolog_innen sowie das antifeministische Spektrum von AfD bis PEGIDA.

Antifaschist_innen und andere aufgeklärte Menschen haben heute in einem friedlichen aber bestimmten Protest am Veranstaltungsort, der Gaststätte Haus Schnackertz in Köln Nippes, gezeigt, was von diesen anti-demokratischen, unsolidarischen und rückwärtsgewandten Konzepten zu halten ist und eine Teilnahme an der Veranstaltung eingefordert. Die Neokonservativen reagierten agressiv.

Einer Verwissenschaftlichung und Schulbildung rechter Ideologien ist in jeder Hinsicht entschieden entgegenzutreten – auch wenn diese im Gewand scheinbar harmloser Debattierclubs auftreten. Einem Club, der für sich Sonderrechte proklamiert, wurde durch die Aktion jene unsoziale Idee vorgehalten, welche Hayek Köln an diesem Abend selbst bewerben wollte: Egoismus der Privelegierten statt für alle Gleichheit, Freiheit und Menschlickeit. Chancengleichheit und Mitmenschlichkeit sind die Fundamente einer sozialen, gerechten und auf Sicherheit ausgerichteten Gesellschaft! Dazu laden wir am 14. Oktober zu unserer Vortragsveranstaltung „Klasse statt Masse?“ mit Andreas Kemper in das Autonome Zentrum ein: {_fill in the blanks}